Anna Grey beim Honberg Sommer: Zwischen bekannten Hits und einer neuen musikalischen Phase

Drei Acts, ein Abend: Beim Honberg Sommer in Tuttlingen bringen zunächst Lokalmatadorin Constance Dizendorf und ESC-Vorentscheid-Teilnehmer Myle das Zelt in Stimmung, bevor Anna Grey übernimmt. Sie begeistert dabei nicht nur mit ihren bekannten Hits, sondern gibt gleichzeitig einen ersten Einblick in eine neue musikalische Phase. Zwischen Klassikern wie „Behalt‘ deine Tränen“ und ihrem Hit „Chat GPT“, die längst zu den festen Bestandteilen ihres Repertoires gehören, zeigen neue Titel eine deutlich persönlichere und nachdenklichere Seite der Sängerin.

Dünne Auslastung trotz starkem Line-up

©: Felix Gelijk

Vorab muss an dieser Stelle eine unbequeme Zahl stehen: Laut Schwäbischer Zeitung waren an diesem Abend nur rund 350 Besucherinnen und Besucher vor Ort — nicht einmal ein Drittel der verfügbaren Karten war verkauft worden. Stadthallen-Chef Michael Baur bezeichnete den Termin gegenüber der Zeitung als „das mit Abstand am schlechtesten verkaufte“ Konzert des gesamten diesjährigen Honberg Sommers.

Der Abend auf dem Honberg startete zunächst mit Constance Dizendorf, der Zweitplatzierten der letzten DSDS-Liveshow, die gleichzeitig aus Tuttlingen stammt. Anschließend folgte der Sänger Myle, bekannt aus dem deutschen ESC-Vorentscheid 2026, den am Ende Sarah Engels mit ihrem Song „Fire“ gewann. Der gebürtige Ravensburger, bürgerlich Milo Hoelz, war mit seinem gitarrengetragenen Popsong „A OK“ angetreten, schied jedoch bereits in der Jury-Runde vor dem finalen Publikumsvoting aus. Live ist er unter anderem als früherer Support-Act von James Blunt, Álvaro Soler und Wincent Weiss in Erscheinung getreten. Auf dem Honberg präsentierte er neben seinem ESC-Beitrag auch weitere Songs aus seinem Repertoire, darunter seine aktuelle Single „Give up the Ghost“.

©: Felix Gelijk

Gegen 21:20 Uhr betrat schließlich Anna die Bühne. Als Anna Grey ihren Auftritt begann, feierte das anwesende Publikum im Zelt die Sängerin von der ersten Minute an — die geringe Auslastung tat der Stimmung unter den Fans vor Ort keinen Abbruch.

Neben zahlreichen bekannten Songs präsentierte sie auch neues Material. Besonders auffällig waren dabei die bisher unveröffentlichten Titel „Aschemeer“ und „Das was bleibt“, die einen ersten Eindruck von ihrer aktuellen musikalischen Entwicklung geben.

Zwischen Fanlieblingen und neuen Geschichten

©: Felix Gelijk

Wer Anna Grey bereits länger verfolgt, erkennt zunehmend eine Veränderung in der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Songs. Während frühere Titel häufig von Beziehungen, Trennungen und den Verletzungen durch andere Menschen erzählten, richten die neuen Stücke den Blick stärker nach innen.

Bereits in einem früheren Tourvlog hatte Anna Grey angekündigt, dass Fans in den kommenden Jahren genauer auf die Geschichten hinter ihren Songs achten sollten. Sie sprach dabei von zwei unterschiedlichen Listen: einer „Herzensliste“ mit Menschen, die sie unterstützt und an sie geglaubt haben, und einer „schwarzen Liste“ mit Erfahrungen und Personen, die ihr bewusst Steine in den Weg gelegt hätten.

Dabei machte sie deutlich, dass ihre kommenden Songs stärker von persönlichen Erlebnissen geprägt sein werden. Es gehe nicht nur darum, was passiert ist, sondern auch darum, diese Geschichten musikalisch zu verarbeiten und ihre eigene Sicht darauf zu erzählen.

Eine neue musikalische Richtung

©: Felix Gelijk

Beim Blick auf die neuen Titel zeigt sich, dass diese angekündigte Phase bereits deutlich erkennbar ist. Die Songs wirken dabei nicht wie eine reine Abrechnung mit anderen Menschen, sondern beschäftigen sich vor allem mit den Spuren, die bestimmte Erfahrungen hinterlassen können.

In „Aschemeer“ geht es um Nähe, Distanz und die Frage, warum manche Menschen Schwierigkeiten haben, Liebe wirklich zuzulassen. Der Song kreist dabei um die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und den Mustern, die daraus entstehen können.

Bereits Anfang Juni veröffentlicht, richtet auch „Schlimmster Kritiker“ den Blick nach innen: Der Song beschäftigt sich mit Selbstzweifeln, dem eigenen Selbstbild und dem inneren Kampf gegen die eigene Stimme — der größte Konflikt muss eben nicht immer von außen kommen.

Auch „Fremd“ und „Nichts mehr von dir“ — beide bislang nur als Hörproben bekannt, offiziell als ganzer Song aber noch nicht veröffentlicht — greifen diese emotionale Richtung auf. Während „Fremd“ von einer Verbindung erzählt, die trotz des Wissens um ihr Ende immer wieder gesucht wird, beschäftigt sich „Nichts mehr von dir“ mit der Angst vor dem endgültigen Verlust und der Frage, warum Menschen manchmal an Beziehungen festhalten, obwohl sie ihnen wehtun.

Gleichzeitig zeigt „Das was bleibt“, dass diese neue Phase nicht ausschließlich von schwierigen Themen geprägt ist. Der Song vermittelt eine stärkende Botschaft und richtet den Blick auf das, was trotz schwieriger Zeiten bestehen bleibt. Der große Zuspruch der Fans könnte darauf hindeuten, dass der Titel möglicherweise zu den nächsten Veröffentlichungen gehören könnte. Eine offizielle Bestätigung steht aktuell jedoch noch aus.

Mehr als nur eine Abrechnung

©: Felix Gelijk

Gerade diese Mischung macht die aktuelle Entwicklung interessant: Anna Grey blickt nicht mehr nur auf das, was andere ihr angetan haben, sondern zunehmend auch auf die eigenen Reaktionen, Zweifel und Widersprüche. Zwischen Verletzlichkeit, Selbstkritik, Wut und Hoffnung entsteht so eine Facette ihrer Musik, die es in dieser Form bisher nicht gab — und die beim Honberg Sommer erstmals live zu erleben war.

Wie es weitergeht, bleibt spannend: Anna Grey selbst hat angekündigt, dass die kommenden Jahre noch einige dieser Geschichten bereithalten. Live erleben lässt sich das schon auf ihrer Tour 2027 — Tickets gibt es hier im VVK: LINK

Bildergalerie Anna Grey & Myle

Dieser Artikel kann mit KI-gestützter Hilfe erstellt worden sein. Mehr dazu in unserer KI-Transparenz-Erklärung.

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