Meine Haltung
Ich arbeite mit KI, nicht gegen sie – aber mit klaren Grenzen. Künstliche Intelligenz ist für mich ein Werkzeug, kein Autor. Was veröffentlicht wird, ob es stimmt und ob es meinen Ansprüchen genügt, entscheide ich. Diese Verantwortung lässt sich nicht an eine Maschine abgeben, und ich versuche es auch nicht.
Ich halte weder etwas davon, KI um ihrer selbst willen einzusetzen, noch davon, ihren Einsatz zu verschweigen. Beides beschädigt das Einzige, worauf es im Journalismus ankommt: Vertrauen. Deshalb lege ich hier offen, wo ich KI einsetze, wo bewusst nicht und was dabei mit Daten passiert.
Wo ich KI einsetze
- Als Unterstützung bei der Recherche – um in Themen einzusteigen und Material zu strukturieren, nie als alleinige Quelle.
- Für die Transkription von Interviews und O-Tönen.
- Für Übersetzungen und sprachlichen Feinschliff.
- Für Entwürfe und Gliederungen von Texten, die ich anschließend überarbeite und faktenprüfe.
- Für die technische Bildbearbeitung im üblichen Rahmen – Belichtung, Zuschnitt, Farbe.
- Für Ideen und Varianten bei Social-Media-Formaten.
- Für B-Roll-Material (Füll- und Schnittbilder): KI-generierte Fotos und Videos setze ich hierfür häufig ein – siehe Kennzeichnung.
In jedem Fall gilt: Das Ergebnis durchläuft meine Kontrolle, bevor es erscheint.
Wo ich entscheide – und KI außen vor bleibt
- Fakten, Zahlen und Zitate. Ich erfinde nichts und lasse nichts erfinden. Angaben prüfe ich an nachvollziehbaren Quellen.
- Meine Event-Fotos und -Videos. Bilder und Aufnahmen von Konzerten, Festivals und Events entstehen echt vor Ort und sind nie KI-generiert. Wenn ich hier KI einsetze, dann ausschließlich zur Nachbearbeitung – also zur einfacheren Bildbearbeitung, nicht um Inhalte zu verändern.
- Die redaktionelle Bewertung. Was wichtig ist, was eingeordnet werden muss und was ich lieber nicht schreibe, entscheide ich selbst.
Kennzeichnung
Ich kennzeichne dort, wo es keine abschließende menschliche Kontrolle gäbe – und überall dort, wo ein falscher Eindruck von Realität entstehen könnte.
Dokumentarisches Material – Fotos und Videos von Events – ist echt. Hier wird nichts KI-generiert; KI kommt höchstens zur technischen Nachbearbeitung zum Einsatz, ohne den Bildinhalt zu verändern.
B-Roll – Füll- und Schnittmaterial, das keine reale Szene dokumentiert – ist häufig vollständig KI-generiert. In diesen Fällen mache ich es dreifach kenntlich:
- sichtbar im Video selbst,
- in der Caption bzw. Bildunterschrift,
- über die KI-Kennzeichnungsfunktion der jeweiligen Plattform (TikTok, Instagram & Co.).
Das deckt sich mit dem Pressekodex (Richtlinie 2.2: künstlich erzeugte Bilder dürfen nicht den Eindruck erwecken, die Realität abzubilden) und mit dem EU AI Act, der ab dem 2. August 2026 die Kennzeichnung synthetischer Bilder, Töne und Videos verlangt.
Für KI-unterstützte Texte besteht derzeit keine generelle Kennzeichnungspflicht – der Deutsche Presserat hält sie bislang nicht für erforderlich, weil die presseethische Verantwortung ohnehin vollständig bei der Redaktion liegt. Ich gehe trotzdem freiwillig transparent damit um: Wo ein Beitrag in nennenswertem Umfang von KI erstellt wurde, mache ich das kenntlich.
Datenschutz
Sorgfalt beim Datenschutz gehört für mich zur journalistischen Sorgfaltspflicht. Deshalb:
- Ich gebe keine personenbezogenen Daten von Quellen, Gesprächspartnern oder meinem Publikum in KI-Werkzeuge ein.
- Vertrauliche Informationen und unveröffentlichtes Material bleiben außerhalb von KI-Systemen, deren Datenverarbeitung ich nicht kontrollieren kann.
- Ich achte auf die eingesetzten Werkzeuge und bevorzuge Lösungen, die den Anforderungen der DSGVO entsprechen.
- Quellenschutz hat Vorrang. Im Zweifel verzichte ich auf ein Werkzeug, nicht auf den Schutz einer Person.
Verantwortung
Die presseethische Verantwortung für alles, was bei Felix.Gelijk.Media erscheint, liegt bei mir – unabhängig davon, mit welchen Werkzeugen ein Beitrag entstanden ist. Wenn Ihnen etwas auffällt, das falsch ist oder falsch wirkt, schreiben Sie mir: [Kontakt einfügen].
Stand: 17.06.2026